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Festzeit.ch Forum » Sonstiges » Trocknet Europa aus???

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FrAnCiScOFr 16.11.07, 14:16
Europa: Wasser auf Bewährung

Viele Länder der Europäischen Union gelten nicht gerade als Musterschüler im Umgang mit ihren Wasserressourcen. Im Oktober 2000 haben sich die europäischen Mitgliedstaaten im Rahmen der EU-Wasserrichtlinie auf einen gemeinschaftlichen "reinen Wasserzustand" bis 2015 geeinigt. Bis dahin haben einige unter ihnen noch einen langen Weg vor sich.

In Spanien, Portugal und Griechenland gefährden zunehmende Trockenperioden und die Wassernutzung für Tourismus und Landwirtschaft die Ressourcen der Mittelmeerzone. Seit 60 Jahren war die spanische Regenstatistik noch nie auf so niedriges Niveau gesunken. Laut den Vereinten Nationen sei Spanien "das trockenste Land in Europa". Seit Oktober 2004 sind die Niederschlagsmengen um 35 bis 50 Prozent zurückgegangen. Die Provinzen Valencia, Almería und die Kanarischen Inseln sind zunehmender Bedrohung ausgesetzt.

Auch Griechenland ist vermehrt von langen Trockenperioden betroffen. Die Athener Wasserversorgungsgesellschaft (EYDAP) hat einen Rückgang der Wasserressourcen um 27 Prozent angekündigt. Die Feuer, die momentan auf dem Peloponnes wüten, sind nur die ersten Anzeichen dramatischer Konsequenzen für das Land.
Weniger aufgrund der Klimabedingungen, sondern wegen zunehmender Wasserverschwendung, kann auch Frankreich keine Vorbildfunktion übernehmen. Nur 2,5 Prozent des verfügbaren Trinkwassers werden getrunken oder in der Küche verwendet. Hauptsächlich kann die Landwirtschaft, die unterirdische, nicht erneuerbare Wasserquellen anzapft, für den hohen Verbrauch verantwortlich gemacht werden.
Einer 2005 veröffentlichten Studie zufolge, entspräche die Qualität eines Drittels der französischen Gewässer nicht den europäischen Normen. Das Ergebnis der Studie ist hauptsächlich auf zu hohe Nitratwerte zurückzuführen, wie sie beispielsweise in der Bretagne auftreten. Weitere Übeltäter sind Pestizide, die in fast 75 der oberirdischen und in 57 Prozent der unterirdischen Gewässer nachgewiesen wurden.

In London hat die Wasserverschwendung andere Ursachen: ein vollkomen veraltetes Wasserversorgungsnetz. Der Umweltstiftug WWF zufolge, würde täglich das Äquivalent von 300 olympischen Schwimmbecken voller Trinkwasser in den Kanalisationsanlagen Großbritanniens verloren gehen.

Die skandinavischen Länder weisen eine bessere Bilanz vor: sie haben im Durchschnitt mehr Niederschläge und modernisierte Wasserversorgungsnetze. Aber auch ihre Regierungen handeln mit mehr Verantwortung. Reinheitsauflagen für Haushalts- und Industriewasser, Verringerung der Wasserverschmutzung durch die Landwirtschaft und Erhalt des Grundwasserspiegels und anderer Wasserquellen stehen auf der Tagesordnung. Nicht zuletzt soll demnächst ein Gesetzesentwurf nach dem "Verursacherprinzip" auf den Weg gebracht werden.


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